Samstag, 31. Dezember 2016

Gescheitert? oder: Wann ist eine Challenge erfolgreich?

Eigentlich wollte ich ja noch ein Buch in diesem Jahr lesen, aber wie es aussieht, werde ich nicht fertig damit bevor die Pumerin läutet. Da das Buch (The Underground Railroad) aber ganz exzellent in zwei der nächstjährigen Kategorien passt, werde ich es eben erst nach dem Jahreswechsel fertig lesen.

Ich wollte mich dieser Challenge stellen um mehr zu lesen und vielleicht auch ein bisschen aus gewohnten Genres auszubrechen. (Außerdem finde ich es lustig, Bücher mit Kategorien zu matchen.) Ich habe bereits im Jänner zehn Bücher gelesen und mich danach ein bisschen zurückgelehnt. Dann habe ich begonnen Bücher, die nicht zur Challenge passen, zu lesen. Jetzt am Jahresende ärgere ich mich ein bisschen darüber, nicht auch während des restlichen Jahres fokussiert zu bleiben, immerhin fehlen mir jetzt nur noch sieben Kategorien, wovon ich bei zweien schon mit der Lektüre angefangen habe...

Überwiegen tut dann aber doch das Gefühl etwas geschafft zu haben. Ja klar, die Challenge habe ich nicht beendet, aber wenn man meinen Aufzeichnungen auf Goodreads vertrauen kann, dann habe ich insgesamt 48 Bücher in diesem Jahr gelesen, dabei etwa 13000 Seiten gewälzt. (Was natürlich nicht stimmen kann, weil abhängig von der Ausgabe, und einige Bücher habe ich mir akustisch zugeführt.) Das ist defintiv mehr als in vorangegangenen Jahren. Also war die Challenge für mich eine erfolgreiche, auch wenn ich sie nicht vollständig absolviert habe.

Das nächste Jahr steht bereits ins Haus und damit eine neue Challenge. Beflügelt durch die vielen Bücher, die ich innerhalb des letzten Monats noch abhaken konnte, werde ich im kommenden Jahr versuchen, 52 zur Challenge passende Bücher zu lesen. Ich habe mir schon ein Bücher dafür zur Seite gelegt und bin schon ganz hibbelig, endlich beginnen zu können!

Ich möchte diesen Eintrag jetzt noch nutzen, ein paar Texte hervorzuheben, die mich dieses Jahr besonders beeindruckt haben.

Platz 5: Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär (aka Das Buch, unter dem meine SchülerInnen noch leiden werden müssen)

An diesem Buch habe ich nun fast das ganze Jahr gekiefelt, es hat ja immerhin stolze 700 Seiten. Auch wenn ich die Geschichte über manche Kapitel weg wenig fesselnd fand, finde ich den schieren Einfallsreichtum des Autors tief beeindruckend. Ich weiß, dass manche KollegInnen das mit ihren vierten Klassen lesen - und ich habe fest vor das auch mal zu machen. Dafür gibt es einen ganz konkreten Grund (mal abgesehen von meinem Lehrerinnen-Sadismus): In keinem anderen Jugendbuch wird Wortschatz so dargebracht wie in diesem Roman. Über ganze Absätze zählt der Autor jedes erdenkliche Synonym für "reden", "weinen" oder "verrückt sein" auf. Das waren auch die Stellen, mit denen ich am meisten Spaß hatte. Meine innere Deutschlehrerin ist auch jetzt noch ganz entzückt, wenn ich daran denke.

Im nächsten Jahr passt es in die Kategorien:
  • A book involving travel
  • A book from a nonhuman perspective
  • The first book in a series you haven't read before (vorausgesetzt, man hat noch keine von Walter Moers Zamonien-Romanen gelesen)
  • A book with an unreliable narrator (kann ich zwar nicht 100%ig garantieren, aber ich hab schon ein bisschen den Verdacht, dass dieser Blaubär mich angeflunkert hat


Platz 4: Er ist wieder da (aka Das Buch, das bitteres Lachen hervorruft)


Hut ab vor diesem Autor, der es schafft einen glaubhaften Hitler in die Gegenwart zu zaubern und ihn dabei noch sympatisch macht. Fantastischer Spagat! Man lacht immer wieder, gleichzeitig ist es eigentlich überhaupt nicht zum Lachen...


Im nächsten Jahr passt es in die Kategorien:
  • An audiobook (habe ich mir nämlich angehört, kann ich daher speziell empfehlen)

Platz 3: So ziemlich alle Romane von Tessa Dare, speziell die Spindle Cove-Reihe und Romancing the Duke (aka Die Bücher der Autorin, die ich in diesem Jahr neu für mich entdeckt habe) 

Ich habe schon als Teen angefangen historische Erotikromane zu lesen, aber leider ist das immer eine ziemliche Hit-or-miss-Angelegenheit. Dieses Jahr habe ich in Tessa Dare endlich eine Autorin gefunden, die verlässlich gute Bücher schreibt. Freu mich schon auf weitere Lektüre im kommenden Jahr! Und ganz ehrlich: Wer noch nie etwas aus diesem Genre gelesen hat, sollte es wirklich mal probieren, die Bücher sind verdammt unterhaltsam. (Und ein bisschen Sex in Romanen hat noch nie gestört ^^)

Im nächsten Jahr passt es in die Kategorien: 
  • A bestseller from a genre you don't normally read 
  • A novel set during wartime (die ersten Spindle Cove-Romane spielen während der napoleonischen Kriege) 

Platz 2: Tschik (aka Das Buch, das ich jedem empfehlen würde)

Ich meine es so. Wenn mich eine wildfremde Person auf der Straße anquatscht und einen Buchtipp von mir will, dann empfehle ich Tschik. Es liest sich schnell, ist sehr utnerhaltsam, aber nicht zu oberflächlich und hält Überraschungen bereit.

Im nächsten Jahr passt es in die Kategorien:
  • A book involving travel 
  • A book with a title that's a character's name

Platz 1: Middlesex (aka Das beste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe - vielleicht sogar eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe)

Middlesex hat mich tief beeindruckt. Nach den ersten paar Seiten war ich sehr enttäuscht davon, dass es ein Generationenroman ist, aber ich habe Gott sei Dank weitergelesen. Die Geschichte ist von vorne bis hinten wirklich fesselnd. Und erzählen kann der! Was das Buch für mich noch besser macht, ist der Umstand, dass es sich einem wirklich unterrepräsentierten Thema annimmt. Muss man gelesen haben!

Im nächsten Jahr passt es in die Kategorien:
  • A book set in two different time periods

Sarah L.

2 Kommentare:

  1. vielleicht komme ich auf tesse dare zurück für die wartime novel, das genre reizt mich sonst nämlich wenig.

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  2. Da sind auf jeden Fall interessante Tipps dabei ;)

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