Samstag, 31. Dezember 2016

Gescheitert? oder: Wann ist eine Challenge erfolgreich?

Eigentlich wollte ich ja noch ein Buch in diesem Jahr lesen, aber wie es aussieht, werde ich nicht fertig damit bevor die Pumerin läutet. Da das Buch (The Underground Railroad) aber ganz exzellent in zwei der nächstjährigen Kategorien passt, werde ich es eben erst nach dem Jahreswechsel fertig lesen.

Ich wollte mich dieser Challenge stellen um mehr zu lesen und vielleicht auch ein bisschen aus gewohnten Genres auszubrechen. (Außerdem finde ich es lustig, Bücher mit Kategorien zu matchen.) Ich habe bereits im Jänner zehn Bücher gelesen und mich danach ein bisschen zurückgelehnt. Dann habe ich begonnen Bücher, die nicht zur Challenge passen, zu lesen. Jetzt am Jahresende ärgere ich mich ein bisschen darüber, nicht auch während des restlichen Jahres fokussiert zu bleiben, immerhin fehlen mir jetzt nur noch sieben Kategorien, wovon ich bei zweien schon mit der Lektüre angefangen habe...

Überwiegen tut dann aber doch das Gefühl etwas geschafft zu haben. Ja klar, die Challenge habe ich nicht beendet, aber wenn man meinen Aufzeichnungen auf Goodreads vertrauen kann, dann habe ich insgesamt 48 Bücher in diesem Jahr gelesen, dabei etwa 13000 Seiten gewälzt. (Was natürlich nicht stimmen kann, weil abhängig von der Ausgabe, und einige Bücher habe ich mir akustisch zugeführt.) Das ist defintiv mehr als in vorangegangenen Jahren. Also war die Challenge für mich eine erfolgreiche, auch wenn ich sie nicht vollständig absolviert habe.

Das nächste Jahr steht bereits ins Haus und damit eine neue Challenge. Beflügelt durch die vielen Bücher, die ich innerhalb des letzten Monats noch abhaken konnte, werde ich im kommenden Jahr versuchen, 52 zur Challenge passende Bücher zu lesen. Ich habe mir schon ein Bücher dafür zur Seite gelegt und bin schon ganz hibbelig, endlich beginnen zu können!

Ich möchte diesen Eintrag jetzt noch nutzen, ein paar Texte hervorzuheben, die mich dieses Jahr besonders beeindruckt haben.

Platz 5: Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär (aka Das Buch, unter dem meine SchülerInnen noch leiden werden müssen)

An diesem Buch habe ich nun fast das ganze Jahr gekiefelt, es hat ja immerhin stolze 700 Seiten. Auch wenn ich die Geschichte über manche Kapitel weg wenig fesselnd fand, finde ich den schieren Einfallsreichtum des Autors tief beeindruckend. Ich weiß, dass manche KollegInnen das mit ihren vierten Klassen lesen - und ich habe fest vor das auch mal zu machen. Dafür gibt es einen ganz konkreten Grund (mal abgesehen von meinem Lehrerinnen-Sadismus): In keinem anderen Jugendbuch wird Wortschatz so dargebracht wie in diesem Roman. Über ganze Absätze zählt der Autor jedes erdenkliche Synonym für "reden", "weinen" oder "verrückt sein" auf. Das waren auch die Stellen, mit denen ich am meisten Spaß hatte. Meine innere Deutschlehrerin ist auch jetzt noch ganz entzückt, wenn ich daran denke.

Im nächsten Jahr passt es in die Kategorien:
  • A book involving travel
  • A book from a nonhuman perspective
  • The first book in a series you haven't read before (vorausgesetzt, man hat noch keine von Walter Moers Zamonien-Romanen gelesen)
  • A book with an unreliable narrator (kann ich zwar nicht 100%ig garantieren, aber ich hab schon ein bisschen den Verdacht, dass dieser Blaubär mich angeflunkert hat


Platz 4: Er ist wieder da (aka Das Buch, das bitteres Lachen hervorruft)


Hut ab vor diesem Autor, der es schafft einen glaubhaften Hitler in die Gegenwart zu zaubern und ihn dabei noch sympatisch macht. Fantastischer Spagat! Man lacht immer wieder, gleichzeitig ist es eigentlich überhaupt nicht zum Lachen...


Im nächsten Jahr passt es in die Kategorien:
  • An audiobook (habe ich mir nämlich angehört, kann ich daher speziell empfehlen)

Platz 3: So ziemlich alle Romane von Tessa Dare, speziell die Spindle Cove-Reihe und Romancing the Duke (aka Die Bücher der Autorin, die ich in diesem Jahr neu für mich entdeckt habe) 

Ich habe schon als Teen angefangen historische Erotikromane zu lesen, aber leider ist das immer eine ziemliche Hit-or-miss-Angelegenheit. Dieses Jahr habe ich in Tessa Dare endlich eine Autorin gefunden, die verlässlich gute Bücher schreibt. Freu mich schon auf weitere Lektüre im kommenden Jahr! Und ganz ehrlich: Wer noch nie etwas aus diesem Genre gelesen hat, sollte es wirklich mal probieren, die Bücher sind verdammt unterhaltsam. (Und ein bisschen Sex in Romanen hat noch nie gestört ^^)

Im nächsten Jahr passt es in die Kategorien: 
  • A bestseller from a genre you don't normally read 
  • A novel set during wartime (die ersten Spindle Cove-Romane spielen während der napoleonischen Kriege) 

Platz 2: Tschik (aka Das Buch, das ich jedem empfehlen würde)

Ich meine es so. Wenn mich eine wildfremde Person auf der Straße anquatscht und einen Buchtipp von mir will, dann empfehle ich Tschik. Es liest sich schnell, ist sehr utnerhaltsam, aber nicht zu oberflächlich und hält Überraschungen bereit.

Im nächsten Jahr passt es in die Kategorien:
  • A book involving travel 
  • A book with a title that's a character's name

Platz 1: Middlesex (aka Das beste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe - vielleicht sogar eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe)

Middlesex hat mich tief beeindruckt. Nach den ersten paar Seiten war ich sehr enttäuscht davon, dass es ein Generationenroman ist, aber ich habe Gott sei Dank weitergelesen. Die Geschichte ist von vorne bis hinten wirklich fesselnd. Und erzählen kann der! Was das Buch für mich noch besser macht, ist der Umstand, dass es sich einem wirklich unterrepräsentierten Thema annimmt. Muss man gelesen haben!

Im nächsten Jahr passt es in die Kategorien:
  • A book set in two different time periods

Sarah L.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Books that didn't make the list

Wie auch schon im Jahr zuvor bin ich bei der Reading Challenge relativ schnell wieder an den Punkt gelangt, wo all die Bücher, die ich lesen wollte, zu keiner Kategorie zu passen schienen. Also habe ich dann meine eigene "Challenge" verfolgt, generell mehr zu lesen, als mich um die Kategorien zu kümmen.

Quasi als Jahresabschlusspost hier ein paar Bücher, die ich 2016 noch gelesen habe - ein paar davon passen sogar noch in offene Kategorien von mir, wie mir gerade auffällt!

Bücher, die in Kategorien passen:


A book written by a celebrity:  "On the Other side" von Carrie Hope Fletcher (Youtuberin)
Ein sehr schönes und interessantes Buch. Man kann es entweder als sehr fantastisch, oder als eine einzige Metapher verstehen - ich interpreteire es als letzteres und habe es sehr genossen.


A New York Times bestseller: "The sun is also a star" von Nicola Yoon
Ein schicksalsschwangerer Tag im Leben zweier Teenager sowie für einen Haufen andere Personen - das zweite Buch dieser Autorin, und wie schon bei "Everything, Everything" (siehe unten), zeichnet es sich durch eine kreative Erzählweise aus, was ich generell sehr mag =)

Books that didn't make the list:

A book with an interesting way of storytelling: "Everything, Everything" von Nicola Yoon
Ein Mädchen kann krankheitsbedingt ihr Haus nicht verlassen, verstrickt sich trotzdem in eine Liebesgeschichte. Das "storytelling" wird durch Zeichnungen, Emails, Krankenblätter etc. unterstützt - ich finde Bücher, wo die Erzählweise durch kreative Elemente unterstützt wird immer sehr interessant! Musterbeispiel ist hier z.B. "Extremely Loud and Incredibly Close" - #empfehlenswert!


A book about suicidal teenagers falling in love: "All the Bright Plaes" von Jenniver Niven
In den letzten Jahren thematisieren anscheinend viele YA-Romane psychische Krankheiten - dieses ist eines davon. Sehr schön geschrieben!

A book about a girl suffering from OCD: "Am I Normal Yet?" von Holly Bourne, The Spinster Club #1
Der Auftakt der "Spinster Club"-Serie. Der Schluss ist ihr nicht so gut gelungen, ansonsten gefällt mir der Roman sehr gut =) Generell hat es mir die Autorin angetan, in deren Büchern Feminismus immer ein großes Thema ist <3

A book about a girl struggling with her mother, who abandoned her: "How hard can love be?" Holly Bourne, The Spinster CLub #2
Der zweite Teil - es geht um drei Freundinnen, und jedes Buch macht sich eine davon zum Hauptcharakter. Die Mutter dre Hauptcharakterin litt unter schweren Depressionen und ließ ihre Tochter im Stich, um ein neues Leben  auf einem anderen Kontinenten anzufangen. Jahre später verbringtn nun die Tochter einen Sommer bei ihrer Mutter. Sehr "relatable"!

A book about a girl fighting the patriarchy: "What's a girl gotta do?" Holly Bourne, The Spinster Club #3
Kampf dem Alltagssexismus! Ich habe das Buch bis vier in der Früh gelesen, obwohl ich um acht aufstehen musste, weil ich einfach so mit der Charakterin mitfühlte!

A book about New Year's Eve: "...and a happy New Year?" Holly Bourne, a Spinster Club Special
Eine kurze Geschichte, die den Spinsterclub nach ca. einenhalb Jahren wiedervereint. Ein nettes Schmankerl, wenn man die drei vorigen Bände gelesen hat.

A book that surprised you at a bookstore: "Carry On" by Rainbow Rowell
Im Buch "Fangirl" von Rainbow Rowell, einer meiner Lieblingsautorinnen (jedes Buch von ihr gefällt mir und überrascht mich aufs neue),  schreibt die Hauptcharakterin Fan Fiction zu einer fiktiven Buchserie, die Harry Potter nachempfunden ist. Genauer gesagt schreibt sie den letzten Band der Serie, bevor dieser tatsächlich rauskommt, und (*kleiner Spoiler*) schreibt die Geschichte dabei so, dass der Antagonist heimlich  all die Jahre in den Hauptcharakter verliebt war. So, und da steh ich beim Thalia in der englischen Abteilung UND AUF EINMAL LIEGT "CARRY ON" AM BÜCHERTISCH! Ohne, dass ich es vorher wusste, HAT DIE AUTORIN DAS FIKTIONALE FANFICTIONBUCH TATSÄCHLICH GESCHRIEBEN! #fandom #juicy #herzinfakt #surprise. Mich hat nur gestört, dass einige Original-Fanfictionszenen aus Fangirl (ui, so viele Metaebenen) nicht in "Carry On" enthalten waren. Aber sonst - echt, wann passiert das schon mal, dass man sich denkt "hm, wäre intressant dieses fiktive Buch, dass in diesem Roman vorkommt, zu lesen", UND DANN KOMMT ES TATSÄCHLICH RAUS! UND OHNE, DASS MAN VORHER EWIG LANG DARAUF WARTEN MUSSTE! Ach, ich werde immer noch ganz "g'wurlert", wenn ich an diesen Moment denke =)

A book recomended by a celebrity: "The potion diaries" by Amy Arwald
Zoe Sugg, aka Zoella, bekannte Youtuberin und inzwischen auch Autorin, hat im Zuge ihres Bookclubs einige Bücher empfohlen (vorwiegend YA, was ich im Moment sehr gerne lese, falsl man es noch nicht gemerkt haben sollte), und das war eines davon. Was ich daran mochte: Ein echts süßes Fantasybuch mit (für mich) neuen Fantasyelementen. In der Welt dieses Buches gibt es einige besondere Menschen, die zaubern können, und einigie Auserwählte, die als AlchemistInnen mächtige Zaubertränke mixen können. Dabei ist die Geschichte in einer modernen Welt angesiedelt, die ansonsten ähnlich unserer ist (wenn man mal von den ganzen magischen Elementen absieht). Synthetische Zaubertränke machen das Leben für traditionelle AlchemistInnen schwer, doch dann vergiftet sich die Prinzessin selbst mit einem Liebestrank, verliebt sich in ihr eigenes Spiegelbild, und nur ein traditionell gebrauter Zaubertrank kann sie retten. Auftakt einer spannenden Reise für unsere Hauptfigur, ihres Zeichens Nachwuchsalchemistin! Die Idee finde ich sehr süß, die Ausführung ist nur leider sehr einfach und hätte ruhig etwas mehr in die Tiefe gehen können. Das wird im zweiten Band leider nicht besser ("The Royal Tour"); nichtsdestotrotz ist die Serie unterhaltsam und ich freue mich schon auf Band 3 und 4!

The debut novel from an author you love: "Soulmates" by Holly Bourne
Hm, ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von diesem Buch halten soll... zwei Teenager verlieben sich unsterblich ineinander, begleitet von einer irren Anziehungskraft, dürfen aber nicht zusammenbleiben, weil solche "Soulmates" das Potential haben die Erde ins Chaos zu stürzen (indem sie einander nah sind, sich küssen, etc.). Ich fand's etwas übertrieben, aber ist ganz okay, wenn man sich darauf einlässt. Dann geht es mir zum Schluss aber trotzdem zu schnell!

A book about gilr becoming popular: "The manifesto on how to be interesting" by Holly Bourne
Das zweite Buch der Autorin. Was ich cool fand: Die Seiten des Buches waren an den Rändern rot eingefärbt. Bei diesem Buch hielt sich die Autorin an die reale Welt (auf jeden Fall eine Verbesserung zum ersten Werk). Intressant zu lesen, mir gefällt, wie sie die Geschichte aufbaut, allerdings beendet sie auch hier das Buch ziemlich schnell.  

A book about someone coping with grief and loss: "The Sky is everywhere" by Jandy Nelson
Das aktuelle Buch auf meinem Nachtkästchen (aber wird spätestens morgen ausgelesen) - zum Ende kann ich daher noch nichts sagen ;) Aber ich mag die Erzählweise - auch hier wird diese von kreativen Elementen unterstützt. Der Roman handelt dabei von einem Mädchen, dass mit dem Verlust ihrer Schwester kämpft und sich in komplizierte Liebesaffären verstrickt. Was das ganze trotzdem unterhaltsam macht ist, dass sie bei ihrer Hippieoma aufwächst. Das zweite Werk dieser Autorin ist bereits auf meiner "to-read"-Liste vermerkt! 

The beginning of a new series of books: "Magnus Chase and the Sword of Summer" by Rick Riordan
YES! Neue Serie vom Autor von "Percy Jackson", dieses Mal in der nordischen Sagenwelt - sagt mir von der Erzählweise wieder mehr zu als das ägyptische Pendant. Bin schon auf den zweiten Band gespannt!


Mittwoch, 28. Dezember 2016

Eine doppelte Zeitreise, oder: Nineteen Eighty-Four

Autor: George Orwell

Wisst ihr, was ich an alten Büchern mag? Also, ich mein so mindestens 60 Jahre alt? Die Lektüre eines alten Buchs ist wie eine Zeitreise. Man schnuppert hinein, wie die Leute damals lebten, sprachen, dachten.

Ninetheen Eighty-Four habe ich bis zu diesem Tag weder gesehen noch gelesen und wusste tatsächlich nicht, wie es ausgehen wird. Was ich allerdings schon während meines Studiums herausgefunden habe: Die Geschichte ist eine futuristische, was der Titel mir nicht vermittelt hätte. Tatsächlich wurde das Buch 1949 das erste Mal veröffentlicht. Das heißt es ist eine Zeitreise in eine Zukunft, die sich jemand in einer Vergangenheit vorstellt, aber diese Zukunft liegt bereits Jahrzehnte in unserer Vergangenheit - Denkknotengefahr!

Ich war echt fasziniert, wie spannend das Buch (zumindest in den ersten beiden Teilen) auch nach 67 Jahren noch ist und wie aktuell die angesprochenen Themen auch heute noch sind. Als Dystopie würde ich Juli Zehs Corpus Delicti zwar den Vorzug geben, weil der letzte Teil in ihrem Buch für mich besser ausgeführt wird, aber es ist ganz klar, warum Nineteen Eighty-Four einen Platz im Kanon hat.

Sarah L.
Buch 33 von 41

P.S.: Nicht nur, dass ich mir Nineteen Eighty-Four aus der Bib ausborgen musste, weil ich nicht weiß, wo meine Ausgabe hinverschwunden ist, jetzt finde ich auch mein Aphorismen-Buch von Marie von Ebner-Eschenbach nicht mehr. Vielleicht sind die beiden zusammen durchgebrannt. Vorstellen könnte ichs mir. Immerhin gab es eine Stelle in Orwells Roman, bei der ich mir dachte "Das könnte von M.v.E.-E. sein". Darum vorläufig: "The best books, he perceived, are those that tell you what you know already." -- Winston Smith aus George Orwells Nineteen Eighty-Four

A book based on a fairy tale - Beast Lord

Autorin: Elisabeth Rose

So...der letzte Beitrag für diese Challenge und dieses Jahr. Eigentlich wollte ich für diese Kategorie ein anderes Buch lesen - The Sleeper and the Spindle von Neil Gaiman. Aber dann bin ich in einem Sammelband auf dieses Buch gestoßen und habe es gelesen und nachdem es auf die Schöne und das Biest basiert, lass ich es einmal gelten. The Sleeper and the Spindle habe ich immerhin schon letztes Jahr gelesen. Wäre nur so schön für die Kategorie gewesen und das Buch ist auch wirklich fantastisch. 
Wenn das Cover nicht schon Bände spricht...und das war noch eines der besseren in dem Sammelband. Manchmal denke ich mir, da sitzt eine zwölfjährige mit Photoshop an den Covern. 

Nun also zu Beast Lord. Es ist der dritte Band rund um eine Familie, die aus einem Vater und sieben Kindern besteht (5 Söhne und zwei Töchter soweit ich das mitbekommen habe). Die Familie wird von einer Hexe immer wieder heimgesucht, weil der Vater mal was mit ihr gehabt hat und sie dann nicht mehr wollte. Deswegen werden jetzt die Kinder entführt und verflucht und so anderweitig heimgesucht. Beast Lord beschreibt nun die Geschichte des ältesten Sohnes (Stefan), der auf der Suche nach seiner Schwester ist, die von der Hexe entführt wurde. In einem Schloss kommt Stefan mit seinen ausgeliehenen Rittern in einen Kampf, sein Gesicht wird zerschnitten und als wäre das nicht genug entwischt die Hexe mit der Schwester und sie verflucht ihn auch noch. Wenn er sich nicht verliebt und zurück geliebt wird, wird er zu einem Beast werden und lieber würde er sterben als so zu leben. Naja und dann nimmt die Geschichte ihren Lauf - er übernimmt das Schloss, einige Zeit später kommt die Tochter der früheren Burgherrn nach Hause, weil sie verheiratet werden soll. Am Anfang streiten die beiden nur, aber dann entwickelt sich mehr. Ein alter Mönch und ein Alchemiebuch spielen dann auch noch mit und schließlich wird das Fluch aufgehoben und sie heiraten. Ihr Verlobter war natürlich der Bösewicht und so weiter und so fort. Was erwartet man schon großartig von einem Schundroman, der auf einem Märchen basiert? Aber immerhin gab es mehr Charakterentwicklung und Unterhaltung zwischen den Charakteren als in der Verfilmung von 2014, die ich vor einem Jahr oder so gesehen habe. Ich muss ja gestehen, dass ich die Geschichte vor dem Film nicht wirklich gekannt habe. Also nur so in groben Zügen, aber warum und wann genau in der Geschichte eine Liebesbeziehung entsteht, ist mir irgendwie nicht aufgefallen. Die reden ja ned mal wirklich miteinander. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zwischendurch eingeschlafen. 

Alles in allem lässt sich sagen: Ich war positiv überrascht, aber mehr von der Serie werde ich glaube ich nicht lesen. Auch wenn es mich schon interessieren würde, wie die anderen Flüche aussehen. The Sleeper and the Spindle wäre auf jeden Fall aber hochwertigere Lektüre. 

Bis zum nächsten Jahr!

Sonntag, 25. Dezember 2016

A Hitchhikers Guide through Zamonien, oder: Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär

Autor: Walter Moers

"Ein Blaubär hat siebenundzwanzig Leben. Dreizehneinhalb davon werde ich in diesem Buch preisgeben, über die anderen werde ich schweigen. Ein Bär muß seine dunklen Seiten haben, das macht ihn attraktiv und mysteriös." Walter Moers hat mit seinem Roman eine Geschichte geschaffen, die wohl ein moderner Münchhausen-Roman ist. Was Blaubär in seinem Leben erlebt ist an Absurdität eigentlich kaum noch zu übertreffen. Un glauben kann man dem Erzähler eigentlich nichts, immerhin war er der amtierende Lügengladiator-Champion von Atlantis...


Ich war über weite Teile des 700-seitigen Werks gut unterhalten, besonders die ersten Leben bei den Klabautergeistern und den Tratschwellen fand ich super. Der Autor lässt seinem Wortschatz dort so richtig freien Lauf, was einfach ganz köstlich zu lesen ist. Außerdem eignet es sich sicherlich besonders gut zur Behandlung im Deutschunterricht... Zumindest auszugsweise ^^

Ich zücke meinen Hut vor der beachtlichen Leistung Moers und bin schon versucht, die Zamonien-Bücher weiterzulesen. Aber das ist dann wohl etwas für eine andere Challenge.

Sarah L.
Buch 32 von 41

P.S.: Der Witzling ist der Bettler im Reich der Geister; er lebt von den Almosen, die das Glück im zuwirft - von Einfällen. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Samstag, 24. Dezember 2016

protagonist meets author - Die Seiten der Welt- Blutbuch

Das grande Finale von Kai Mayers aktueller Jugendbuch-Trilogie "Die Seiten der Welt"

Ich muss sagen dass Buch hat mich anfangs nicht fesseln können, obwohl ich schon zwei Romane hinter mir hatte und mir die Figuren wohlbekannt und durchaus ans Herz gewachsen waren, war das Verlangen weiterzulesen nicht riesengroß wie üblicherweise. Gut, an sich kann das auch daran gelegen haben, dass ich mir das Buch nicht als handliches ebook besorgt habe sondern im stattlichen hardcover, also nix für die Handtasche. Und das irgendwie Monate und 5 andere Bücher zwischen Teil 2 und Teil 3 gerutscht sind.

Im Grande Finale geht der Hauptfigur Furia auf eine Reise zwischen den Seiten der Welt in die Schattenlande um herauszufinden woher die Ideen kommen und sie aufzuhalten bevor sie die ersten Refugien der Bibliomantik zerstören können. Doch nicht nur sie muss Opfer bringen, auch ihre Freunde müssen alles riskieren um die Welt zu retten.

Das Buch hat alle großen Themen von Liebe, Freundschaft, Familie, Krieg, Hass, Tod, Rebellion, Magie. Als bei meiner letzten Kai Mayer Trilogie ein Charakter starb hab ich 3 Tage lang Rotz und Wasser geheult (oh Serafin!), diesmal war es mehr so ein "oh, okay". Ich kanns nicht in Worte fassen was das Buch falsch macht, weil eigentich ist die Geschichte ganz zauberhaft, aber irgendwas fehlt.

Dafür aber meine Lieblingsstelle, als einer der Charaktere im Buch auf den Autor persönlich trifft (durch einen Spiegel, eh klar):

[...] dann schüttelte er den Kopf. "Tot sind sie nur für den, der an jenen Punkt der Geschichte kommt, an dem sie sterben. Für andere, die das Buch noch nicht bis dorthin gelesen haben, sind sie am Leben. Solange immer wieder irgendjemand von vorne damit beginnt, existieren sie weiter." "Warum ich? Weshalb kann ich die Buchstaben sehen aus denen alles gemacht ist und warum reden Sie ausgerechnet mit mir?" [...] "Du bist zu mir gekommen, das sind die anderne nicht. Und ich kann dich gut leiden. [...] Ich mag Charaktere wie dich. Eine Menge Leute halten dich wahrscheinlich für böse, weil sie es sich zu leicht machen.""Für böse?" Der Gedanke überraschte sie, weil sie sich selbst noch nie so gesehen hatte. Sie tat nur, was getan werden musste. Eben weil es das Richtige war. "Nein, du bist nicht böse. Deine Schwester war ein heimtückisches kleines Ding, aber du... nein, ganz sicher nicht." Damit griff er wieder nach dem Laptop, klappte ihn auf und begann zu tippen. [...]

PS : Das war Buch Nr. 20 von mir. Ich versuche noch in den nächsten sieben Tagen Buch nummer 21 reinzuquetschen, wenn Weihnachten und Arbeit es zulassen, bin aber sehr zufrieden mit meiner Ausbeute :)


Freitag, 23. Dezember 2016

Nichts fürs Frühstück, oder: Die Kälte. Eine Isolation

Autor: Thomas Bernhard


Ich musste mal für ein Fachdidaktik-Seminar einen Teil der Autiobiografie von Thomas Bernhard (er hat sie in fünf Teilen geschrieben) lesen und war begeistert. Ich mag Bernhards Stil sowieso und seine Lebensgeschichte in der Kindheit war für mich wirklich spannend, eine Art Zeitreise. Ich habe mir daraufhin zu Weihnachten die komplette Autobiografie in einer schönen Leinenausgabe gewünscht, bekommen, aber nie gelesen. Darum war mir gleich klar, dass ich diese Kategorie mit Bernhards Text besetzen wollte.

Ich habe tatsächlich aber nicht in der Leinenausgabe gelesen sondern mich für eine Audio-Version entschieden. Ich finde Bernhards Texte eigenen sich ausnehmend gut zum Anhören. Ich wollte gleich zum Frühstück den Text hören, das stellte sich als weniger weise Entscheidung heraus.

Thomas Bernhard war in jungen Jahren (17- bis 19-jährig?) lungenkrank und verbrachte Jahre in einer Heilanstalt. "Mit dem sogenannten Schatten auf meiner Lunge war auch wieder ein Schatten auf meine Existenz gefallen." Diesen Teil seines Lebens behandelt Die Kälte und es beginnt gleich mit der Beschreibung der Patienten und ihrer Spuckflaschen und seinen Versuchen Sputum (Auswurf) zu produzieren. Nach ein paar Minuten habe ich also die Aufnahme unterbrochen und erst nach meinem Frühstück wieder weitergehört ^^

Die erste Hälfte der Biogrfie konnte mich nicht fesseln, aber in der zweiten Hälfte, in der er tatsächlich noch ernsthafter erkrankt als zuvor und aufgrund ärztlicher Fehler einiges durchmachen muss, war ich dann sehr gefesselt. Besonders das Ende hat mich gepackt. Da soll er zum dritten Mal nach Grafenhof geschickt werden. "Aber ich weigerte mich und fuhr nicht mehr hin." Das ist das pointierte Ende.

Nicht das lustigste Thema, aber faszinierend, wenn man bedenkt, dass das nicht einmal ein bisschen erfunden ist...

Sarah L.
Buch 31 von 41

P.S.: Was geschehen ist, solange die Welt steht, braucht deshalb nicht zu geschehen, solange sie noch stehen wird. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Eine Packung Taschentücher, oder: A Monster calls

Autor: Patrick Ness
nach einer Idee von Siobhan Dowd

"The monster showed up just after midnight. As they do." So beginnt die Geschichte um Connor, einen 13-jährigen Buben mit einem ganz speziellen nächtlichen Besucher. Ich möchte über den Inhalt nicht viel verraten, ihr wisst, wie ich Spoiler hasse. Aber ich glaube nach zwei Kapiteln weiß man schon, was auf einen zukommen wird, was die tolle Geschichte nicht abwertet.

Beim Recherchieren nach Büchern, die dieses Jahr verfilmt wurden, bin ich auf diesen Titel gestoßen und habe nach der Leseprobe unbedingt weiterlesen wollen. Dank Tolino war ich drei Minuten später auch schon mittendrin. Geheult habe ich dabei wie ein Schlosshund und durchschnittlich alle elf Seiten ein weiteres Taschentuch verschneuzt. Damit ist das Buch definitv das, wo ich am meisten geheult habe, wenn man Seiten pro Taschentuch als Vergleichsgröße heranzieht. 

Ich kann gut verstehen, warum man das Buch verfilmen würde. Die Geschichte ist ergreifend und hat großes Identifikationspotenzial, außerdem ist die Vorlage von 116 Seiten in Filmlänge vermutlich gut unterzubringen. Trotzdem werde ich das Buch noch etwas wirken lassen, bevor ich mir überlege den Film zu gucken. 

Wer mal wieder so richtig schön schluchzen möchte, dabei aber am Ende nicht das Buch aus dem Fenster schmeißen wollen will: A Monster calls schafft es, traurig zu machen, ohne traurig zu bleiben. Berührend.

Sarah L.
Buch 30 von 41

P.S.: Die kleinsten Sünder tun die größte Buße. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Montag, 19. Dezember 2016

Nerdkanon, oder: The Hitchhiker's Guide to the Galaxy

Autor: Douglas Adams
read by Stephen Fry

The Hichthiker's Guide to the Galaxy ist eines von diesen Büchern, die man als Nerd gelesen haben sollte. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das jetzt erstmalig gemacht habe. Vor vielen Jahren habe ich das Buch auf Deutsch angefangen, dann aber nach einigen Kapiteln wieder weggelegt. Ich fand es nicht fesselnd und der Humor kam bei mir nicht an. Erst später habe ich bemerkt, dass ich die Geschichte auf Englisch viel amüsanter finde. Steven hatte das Hörbuch, gelesen von Stephen Fry und ich habe immer wieder Ausschnitte davon mitgehört, aber erst jetzt habe ich es mir vollständig angehört.

Da ich die Pointen und den Handlungsverlauf bereits von teilweisem Hören und dem Sehen des Films kannte, war die Erfahrung leider nicht ganz so unterhaltsam, wie ich erwartet habe. Darum möchte ich hier (für den Fall, dass es noch andere gibt, die die Geschichte nicht kennen) auch nicht auf den Inhalt eingehen, sondern nur empfehlen sich von Stephen Frys Stimme verwöhnen zu lassen. Und nicht vergessen:


Sarah L.
Buch 29 von 41

P.S.: Die Summe der Erkenntnisse besteht aus dem, was wir gelernt, und aus dem, was wir vergessen haben. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Samstag, 17. Dezember 2016

Ich mag meine Lyrik wie meine bildende Kunst, oder: lechts und rinks

Autor: Ernst Jandl


Wer noch nie mit mir in einem Museum war, kann das jetzt natürlich nicht wissen. Ich finde Alte Meister todlangweilig. Am liebsten gehe ich mir zeitgenössische Kunst angucken, die nimmt sich nicht so ernst. Da kann man drüber lachen und dazwischen wird dann doch eine überraschend tiefgründige Note angeschlagen. 

Ähnliches gefällt mir auch bei Lyrik und da ist Jandl natürlich der perfekte Schriftsteller dafür. Zwischen Gedichten die einfach mit Wörtern herumspielen und dabei zwischen Deutsch und Englisch keine klare Grenzen ziehen und Klassikern wie schtzngrmm verstecken sich aber auch ein kurzes absurdes Theaterstück (muss ich unbedingt mal mit einer Klasse behandeln), ein kurzer Prosatext und eine Rede auf Friederike Mayröcker. 

Zwei Texte die hängen geblieben sind möchte ich mit euch teilen.

klos

klos, sein da wo klos?
du gehen rund den knödel
du dann finden den türen
sein drauf stehn >männeken<
du dort treten innen
du dort finden den rinnen
du machen auf den hos.
du wissen was dann tun?
ja ich wissen was dann tun.
so ich gehen rund den knödel
ich dann finden den türen
sein drauf stehn >männeken<
ich dort treten innen
ich dort finden den rinnen
ich machen auf den hos
ich nix finden darinnen.
rasch ich zumachen den hos
rasch ich treten außen
finden den türen neben
sein drauf stehn >fraunen<
sein ich erstaunen
daß in mein leben das
ich haben können vergessen


Ungefähr in diesem Sprachstil ist übrigens auch das Teaterstück, gewöhnungsbeürftig, aber nach einer Zeit sehr stimmig.

Der zweite Text war einer der letzten im Buch, sehr passend positioniert im Buch.

das schöne bild

spar aus dem schönen bild den menschen aus
damit die tränen du, die jeder mensch verlangt
aussparen kannst; spar jede spur von menschen aus:
kein weg erinnere an festen gang, kein feld an brot
kein wald an haus und schrank, kein stein an wand
kein quell an trank, kein teich kein see kein meer
an schwimmer, boote, ruder, segel, seefahrt
kein fels an kletternde, kein wölkchen
an gegen wetter kämpfende, kein himmelsstück
an aufblick, flugzeug, raumschiff – nichts
erinnere an etwas; außer weiß an weiß
schwarz an schwarz, rot an rot, gerade an gerade
rund an rund;
so wird meine seele gesund.


Was kann man da noch sagen?


Sarah L.
Buch 28 von 41

P.S.: Der Philosoph zieht seine Schlüsse; der Poet muß die seinen entstehen lassen. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Wenn man sich bei hellichtem Tage gruselt, oder: And then there were none

Autorin: Agatha Christie 

In meiner Queste noch ein paar Bücher für die Challenge zu lesen, habe ich noch beschlossen einen klassischen Agatha Christie-Roman zu lesen. Ich habe den Plan leicht abgeändert und mit And then there were none als Audiobook zu Gemüte geführt. (Ich frage mich, ob ich mir beim Lesen ein bisschen weniger ins Hemd gemacht hätte?)

Vor etlichen Jahren habe ich (zwischen einigen Hohlbein-Horror-Romanen) versucht einen Roman von Christie zu lesen, mich aber so sehr gegruselt, dass ich das Buch nicht beenden konnte. Damals war ich vielleicht 14 Jahre alt und ich habe mir gedacht, dass so eine klassische Kriminalgeschichte heute wohl kaum dieselbe Wirkung auf mich haben könnte. Ich wollte auch ursprünglich das Buch von damals lesen, habe mich dann aber für einen von Christies bekanntesten Romanen entschieden, der auch einige Male verfilmt wurde.

Zehn Personen werden auf eine kleine Insel vor der Küste Devons eingeladen, der Gastgeber scheint sich zu verspäten. Dann begeht ein Gast scheinbar Selbstmord, nachdem alle Anwesenden von einer Schallplatte des Mordes an verschiedenen Personen bezichtigt wurden. Mehr will ich gar nicht verraten, nur so viel: In jedem Gästezimmer hängt dieser alte Kinderreim, den ein der Damen nach ihrer Ankunft mit Amüsement liest. 

"Ten little Indian boys went out to dine;
One choked his little self and then there were nine.
Nine little Indian boys sat up very late;
One overslept himself and then there were eight.
Eight little Indian boys travelling in Devon;
One said he'd stay there and then there were seven.
Seven little Indian boys chopping up sticks;
One chopped himself in half and then there were six.
Six little Indian boys playing with a hive;
A bumblebee stung one of them and then there were five.
Five little Indian boys going in for law;
One got in Chancery and then there were four.
Four little Indian boys going out to sea;
A red herring swallowed one and then there were three.
Three little Indian boys walking in the zoo;
A big bear hugged one and then there were two.
Two little Indian boys playing in the sun;
One got all frizzled up and then there was one.
One little Indian boy left all alone;
He went out and hanged himself and then there were none."


Ganz ehrlich, da hab ich schon begonnen mich ein bisschen zu gruseln, und ich habe diesmal nur durchgehalten, weil ich unbedingt die Auflösung wissen wollte und mir ziemlich sicher war, dass ich unaufgeklärt noch eine Weile lang mit klammen Gefühl herumgelaufen wäre. Nach einem sehr ausführlichen Epilog bin ich jetzt tatsächlich beruhigt und kann sagen: Wer diesen Roman nicht kennt und gerne Krimis liest, sollte sich überlegen, wo er in der nächstjährigen Reading Challenge dazupasst! Wenn ich nicht so ein Schisshase wäre, würde ich direkt den nächten Roman von Christie lesen. Vielleicht den, den ich als Teenager nie beendet habe... aber ich glaube ich habe mal genug vom Gruseln für eine Weile.

Sarah L.
Buch 27 von 41

P.S.: Um ein öffentliches Amt glänzend zu verwalten, braucht man eine gewisse Anzahl guter und - schlechter Eigenschaften. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Kunstgeschichtsstunde mit Robert Langdon - Inferno

Autor: Dan Brown

***Achtung Spoiler!***
Das Buch beginnt dass Robert Langdon, Professor für Symbologie (bekannt aus Illuminati, Sakrileg etc.) mit Schussverletzung im Krankenhaus in Florenz aufwacht. Er wurde angeschossen, hat Amnesie und 2 Tage verloren. Einzig zusammenhanglose Visionen von der Hölle, der Pest und Dante Aligheri fallen ihm ein. Zusammen mit der jungen Ärztin Sienna Brooks macht sich Tom Hanks (ääääh, Robert Langdon) auf die Suche nach seinen Erinnerungen. Schnell wird klar, dass wer auch immer ihn angeschossen hat noch hinter ihm her ist. Robert und Siennas Reise beginnt in Florenz und führt sie über Venedig bis nach Istanbul. Ausgehend von einer gephotoshoppten Version von Botticellis Hölle (basierend auf Dantes Divina Comedia) gelangen die beiden schließlich bis in die Hagia Sophia. Immerzu gejagt, und nach und nach setzt sich für unserne Professor und auch für uns Leser ein immer vollständigeres Bild der letzten Tage zusammen. Robert allein hält den Schlüssel dazu die neueste Kreation des Genetikers und Bioingenieurs Bertrand Zobrist zu verhindern. Eine biologische Waffe namens Inferno welche ähnlich der Pest im Mitterlalter die Bevölkerung der Erde reduzieren soll, da wir sonst in 100 Jahren sämtliche Ressourcen des Planeten ausgeschöft haben und uns selbst in die Ausrottung treiben. Schnell wird klar, dass es mehrere Parteien gibt die an Robert und seinen Informationen interessiert sind. Die Anhänger Zobrists die seine Pläne verwirklichen wollen, eine Geheimorganisation namens das Consortium, die WHO mit ihrer Leiterin Elizabeth Sinskey und auch Sienna scheint nicht die zu sein, die sie vorgibt...

Wir haben letzte Woche den Kinofilm gesehen und er war recht nett, aber ich bin SO froh das Buch gelesen zu haben den es geht weit über "nett" hinaus. Jaaaa, ein paar Absätze wo sie über architektonische Besonderheiten und klassische Kunstwerke und alte Skulpturen reden hab ich evt. etwas schneller überlesen....Doch wie immer ist Dan Brown wunderbar, die Figuren haben Tiefe, führen gute Diskussionen und bis kurz vor Ende weiß auch der Leser nicht was jetzt genau Sache ist, wer auf welcher Seite steht und ob denn nun alles gut geht. Und es macht Spaß (mir zumindest) Robert Langdon beim Lösen der Rätsel beim Denken zu beobachten.



There’s a switch, if you throw it half the people on earth will die, but if you don’t in a hundred years then the human race will be extinct. 

So do you?

PS: als Biotechnologin liegt der Schluss nahe dass der Protagnoist with my occupation der Bioterrorist Zobrist ist. Durch meinen Job in der QA fühle ich mich aber Dr. Sinskey von der WHO  sehr viel verbundener, weil die WHO ja auch nur eine große Qualitätssicherung ist ;)

Gulasch schmeckt auch aufgewärmt: Die Analphabetin, die rechnen konnte

Autor: Jonas Jonasson

A book translated to english (German), aus dem Schwedischen

Wer hat nicht von dem ersten Roman von Jonas Jonasson gehört, der knackige Titel "Der hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand". Auch in seinem 2. Buch bleibt er dem altbewährten Kochrezept treu. Roadtrip (naja, oder so), ein Protagonist der eher unverhofft in größere Pläne eingreift, skurrile Situationen und Bekanntschaften: wie der junge König Carl Gustav von Schweden, die drei Chinesinnen die "echte" Töpferware aus der Han-Dynastie herstellen um ihr Gehalt in der Poststelle des Südafrikanischen Kernforschungsprogramms aufzubessern, oder die Zwillinge Holger und Holger. Kurz gesagt, eine Skurrilität jagt die nächste.

***Achtung Spoiler!***
Protagonistin ist die Südafrikanerin Nombeko. Das Weisenkind arbeitet als Latrinentonnenträgerin, bis sie von einem Weißen angefahren wird. Daran ist natürlich sie schuld (sie ist ja schwarz) und muss zur Strafe 7 Jahre beim Herrn Ingeniuer putzen. Der ist zufällig Leiter des Südafrikanischen Atomwaffenprogramms und dauerbesoffen. Dort liest sie sich durch die Bibliothek, wird Spezialist für Atomwaffen, freundet sich mit 3 Chinesinnen in der Poststelle an und kommt ganz unverhofft an eine Atombombe. (der Chinesische Botschafter hat 6 bestellt, der betrunkene Ingenieur aber 7 hergestellt und die eine ist sozusagen übrig). Diese Atombombe hätter aber der Mossad (israelische Geheimdienst) gerne. Über weitere Wirrungen wird die Bombe unverhofft zusammen mit Nombeko  nach Schweden geschickt, die Herren vom Mossad erhalt stattdessen eine gleich große Kiste voll Antilopenfleisch....

Noch ca. 200 Seiten Absurditäten und lustige Begegnungen später wird dann doch wieder alles gut.
Wie ich in einer Rezension so schön gelesen habe: Es handelt sich um keine Schilderung der Wirklichkeit, Jonassons Bücher sind Märchen für Erwachsene, gut und böse klar verteilt und das happy end vorprogrammiert.  Wem also der erste Teil gefallen hat dem kann ich die Analphabetin die rechnen konnte nur ans Herz legen

Sonntag, 11. Dezember 2016

Kann man darüber noch lachen? oder: Er ist wieder da

Autor: Timur Vermes


Die Prämisse dieses Buch ist so simpel wie genial: Adolf Hitler wacht unerklärlicherweise im heutigen Berlin auf und muss sich in unserer neuen Welt orientieren. Dabei hat sich von seiner Gesinnung nichts geändert, er gibt nach wie vor seinen korrekten Namen an und leugnet nicht der zu sein, der er ist. Und hat damit Erfolg. Großen Erfolg.



Ich habe mir beim Aufräumen an diesem Wochenende das Hörbuch über die Onleihe angehört und muss sagen, dass es mich sehr gefesselt hat. Die ganze Geschichte wird aus Hitlers Perspektive erzählt und der Sprecher macht das mit außerordentlichem Geschick. Das Buch ist generell eine Glanzleistung, es ist zum einen irrsinnig witzig, gleichzeitig stimmt es sehr nachdenklich. Hitler wird nicht beschönigt, seine Gedanken kreisen immer noch um rassische Reinheit und die Annexion anderer Staaten, aber trotzdem ist er ein sympatischer Erzähler, mit dem ich ehrlich ein mitgefiebert habe. Die Geschichte hat gerade in Zeiten von Trump und Co eine unheimliche Aktualität und schildert glaubhaft, dass auch heute ein Hitler wieder an die Macht kommen könnte. Ich finde, das muss man gelesen (oder vielleicht sogar noch besser: gehört) haben.

Sarah L.
Buch 26 von 41

P.S.: Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Freitag, 9. Dezember 2016

Wenn ein gelesenes Buch nachträglich zur Challenge passt, oder: Do you want to start a Scandal?

Autorin: Tessa Dare

Manchmal hat man einfach Glück und ein Buch, das man gelesen hat, wird ein New York Times Bestseller (auf Platz 11, falls es jemand überprüfen möchte). Als ich über Twice tempted by a Rogue geschrieben habe, habe ich auf Tessa Dares Homepage gesehen, dass Do you want to start a Scandal? es auf die New York Times Bestseller-Liste geschafft hat. Und wie es das Schicksal so will, habe ich aus der Kategorie noch kein Buch für die Challenge gelesen! Jetzt kann ich also retrospektiv dieses Buch auf die Liste setzen.

In Tessa Dares neuesem Titel geht es um die  jüngste Tochter der Highwoods, Charlotte. Ihre großen Schwestern waren jeweils die Hauptfiguren des zweiten Buches und einer Kurzgeschichte. Die Geschichte beginnt damit, dass Charlotte einem Lord abends nachschleicht, um ihn davor zu warnen, dass ihre Mutter sicherlich versuchen würde sie zu verkuppeln. Leider läuft das Gespräch nicht wie geplant und am Ende des Abends fühlt sich Lord Granville dazu verpflichtet ihr einen Antrag zu machen, wovon Charlotte gar nicht begeistert ist...

Das Buch ist ein Crossover mit der Castles ever after-Serie, in der Lord Granvilles Bruder bereits eine Hauptrolle spielte. Die Geschichte ist witzig, die Hauptfiguren sympatisch und es gibt sogar ein kleines Mystery zu lösen. Ich weiß, dass diese Bücher vorhersehbar sind (Spoiler: sie kommen am Ende zusammen), aber ich genieße die Reise jedes Mal aufs Neue. Und das ist ja das Wichtige, oder?

2017 bringt Tessa Dare den ersten Band einer neuen Reihe heraus und ich bin schon sehr gespannt. Bis dahin habe ich aber immerhin noch eine ganze Trilogie, die ich noch nicht gelesen habe...Also macht euch auf mehr Einträge dieser Art gefasst.

Sarah L.
Buch 25 von 41

P.S.: Die verstehen sehr wenig, die nur das verstehen, was sich erklären lässt. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Montag, 5. Dezember 2016

Ja, ja, schon wieder so ein Buch... oder: Twice tempted by a Rogue

Autorin: Tessa Dare



Im Juni habe ich einige Romanzen gelesen, die alle von der selben Autorin stammen: Tessa Dare. Im September hat ihre Serie Spindle Cove einen weiteren Teil bekommen, Do you want to start a Scandal?, den ich natürlich sofort lesen musste. Er war ein Crossover von Spindle Cove mit einer ihrer anderen Serien, Castles ever after. Nachdem ich die nachgeholt hatte, bin ich nun zu wieder einer ihrer anderen Reihen übergegangen: The Stud Club Trilogy.


In dieser Trilogie geht es um drei Männer, die zu einem exkulsiven Club gehören, die durch Münzen verbunden sind, die ihnen das Recht geben, ein pesioniertes Rennpferd als Samenspender bla, bla bla... Ganz ehrlich, wenn ich nicht bereits einige von Tessa Dares Büchern gelesen hätte, hätte mich diese Reihe aber sowas von nicht interessiert. Tatsächlich ist die Geschichte mit dem Club und dem Pferd aber nur eine verbindende Nebenhandlung, die aus drei einzelnen Liebesromanen eine Trilogie macht.

Twice tempted by a Rogue ist das zweite Buch nach One Dance with a Duke. Die Hauptfiguren sind Rhys St Maur, ein Lord und ehemaliger Soldat, der zu den Ruinen seines Elternhauses zurückkehrt. Im Ort trifft er auf die verwitwete Tochter des ehemaligen Stallmeisters, Meredith Maddox, die nun das Inn des Orts betreibt. Ja, originell klingt die Handlung nicht, aber was mir gefallen hat, war der männliche Hauptcharakter. Er wurde als Kind von seinem Vater schwer geschlagen und hat seitdem versucht im Krieg einen Gegner zu finden, der seinem Leiden ein Ende bereitet. Mittlerweile ist er der Meinung, dass er unzerstörbar ist, was immer wieder zu coolen Situationen führt, in denen er offenen Todesdrohungen nur mit einem verächtlichen Lächeln begegnet. Ausnahmsweise ist die weibliche Hauptfigur keine Jungfrau, sondern eine Witwe, die weiß was sie will - den neuen Lord in ihrem Bett! Dass dieser jedoch nicht auf ihre ganz offensichtlichen Einladungen eingeht, lässt sie wundern, ob er durch eine Kriegsverletzung beeinträchtigt wurde, was sie eines morgens auch promt herausfinden will...

Es ist sicher nicht Tessa Dares bester Roman, aber die Story war kurzweilig und die Charaktere liebenswürdig. Ich war unterhalten von Anfang bis Ende. Ein Teil fehlt mir jetzt noch, aber da es in Three Nights with a Scoundrel um eine taube Lady geht, werde ich ihn erst nächstes Jahr lesen, dort passt er dann nämlich zu einer Kategorie der Reading Challenge 2017!


Sarah L.
Buch 24 von 41

P.S.: Wenn man das Dasein als eine Aufgabe betrachtet, dan vermag man es immer zu ertragen. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Freitag, 2. Dezember 2016

"Ich habe es dir gesagt, dass es dich reuen wird." oder: Brigitta

Autor: Adalbert Stifter

1844 veröffentlichte Adabert Stifter erstmals seine Erzählung Brigitta. Das Werk ist daher defintiv 100 Jahre älter als ich, hier habe ich also gar nicht schummeln müssen. Allerdings habe ich das Werk nicht gelesen, sondern mir als Hörbuch zu Gemüte geführt.

Ich habe auf der Germanistik vor langer Zeit mal ein Proseminar zu Adalbert Stifter besucht, nicht, weil ich an dem Autor sonderlich interessiert gewesen wäre, ganz im Gegenteil. Aber mein Lieblingsprofessor der Germanistik hat es gehalten und es war nicht überlaufen, daher habe ich beschlossen mich mit dem österreichischen Schriftsteller doch mal auseinanderzusetzen.

Damals habe ich meine Semonararbeit über Kalkstein geschrieben, eine Erzählung aus der Sammlung Bunte Steine. Durch die Beschäftigung mit dem Text habe ich Stifter sehr schätzen gelernt, auch wenn ich mir nach wie vor nicht vorstellen könnte, einen ganzen Roman von ihm zu lesen. Seine Erzählungen haben es mir aber immer angetan.

Um also für die Challenge noch ein paar Bücher abzuhaken, habe ich recherchiert welche Hörbücher denn die Onleihe so zur Verfügung stelle. Ich hätte mir gerne etwas von Arthur Schnitzler angehört (Leutnant Gustl kann ich als Hörbuch sehr empfehlen!), aber seine bekannten und daher vorhandenen Texte sind alle ein kleines bisschen zu jung für diese Kategorie. Von Marie von Ebner-Eschenbach gab es leider keine Hörbucher zu mit unbekannten Texten. (Ich habe ja für die Diplomprüfung im Sommer 2015 einiges von ihr gelesen.) Mit Stifter wurd ich fündig, Brigitta kannte ich tatsächlich noch nicht.

Ich glaube, Stifter ist ein Autor, den man sich wirklich akustisch geben sollte. Seine Texte werden durch eine sehr bedachte Sprache ausgezeichnet, die auf dem Papier die Gedanken oft ein bisschen abschweifen lassen, beim Hören aber ihre Wirkung gut entfalten können. Die Edition, die ich gehort habe (Klassiker Hörbibliothek, Gold-Edition, eine Sammlung von verschiedenen Texten), wurde zu meiner Überraschung von einer Frau gelesen, obwohl der namenlose Ich-Erzähler ein Mann ist. Regina Reinhards Stimme hat mir aber außerordentlich zugesagt - tief und etwas rau.



Typisch Stifter beginnt die eigentliche Handlung erst etwa ab der Hälfte des Textes, davor wird viel beschrieben und die Stimmung vorbereitet. Actionreich ist Stifter ja bekanntlich nie, das sollte man auf jeden Fall bedenken, wenn man sich seiner Texte annimmt. Trotzdem hat mir die Geschichte zugesagt. Akustisch in seine ausschweifenden Erklärungen der Landwirtschaft und Philosophie der Hauptfiiguren abzutauchen hat echt etwas. Wer sich also mal auf etwas Ungewöhnliches einlassen möchte: Stifter lesen oder hören! Mich hat es jedenfalls nicht gereut.

Sarah L.
Buch 23 von 41

P.S.:  Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen. Unter seinem Hauche entfalten sich die Seelen. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Der Triumpf der Zwerge – Markus Heitz (a book based on a fairytale)

Der (hoffentlich doch nicht) letzte Band der Zwergen-Reihe. Eigentlich hatte ich diesen Band gar nicht eingeplant, aber nach dem vierten Teil wollte ich einfach unbedingt wissen, wie es weiter geht. Jetzt fällt er halt in die Kategorie „based on a fairytale“, immerhin kommen Zwerge und Elben und Zauberer und so vor. Es ist wieder ein echt toller Band geworden und der gefällt mir besser, als der vierte.
Wie bei jedem Band will ich unbedingt wissen, wie es weiter geht, aber bis jetzt gibt es leider keine neuen Zwerge-Romane mehr. Aber wenn sie kommen, steh ich sofort wieder im Buchladen J

Vom Inhalt her, naja, so wie beim vierten Band. Ich müsste euch spoilern, damit ich irgendwas vom Inhalt erzählen kann. Und das werde ich einfach nicht tun.

Fazit: Wer Fantasy mag und vielleicht nicht immer nur die Sicht von Menschen und Elben lesen will, dem empfehle ich die Zwergen-Reihe sehr. Sie sind sturköpfig, trinken und kämpfen gern. Sie sind aus Gestein gemacht. Das sind die Zwerge.