Sonntag, 10. Januar 2016

Ich lese und weiß nicht, warum: Das Blütenstaubzimmer

Autorin: Zoë Jenny
 

Manchmal nimmt man ein Buch in die Hand und liest, liest weiter, ganz ohne Grund. Und man will weiterlesen, obwohl man nicht erklären kann, warum. "Das Blütenstaubzimmer" war für mich so ein Fall. Ich kann euch eigentlich nicht sagen, worum es in diesem dünnen Band ging, aber irgendetwas daran hat mich festgehalten, bis ich fertig war. Auf dem Buchrücken ist zu lesen: "Eine junge Frau begibt sich eine Reise. Sie verlässt den Vater, um die Mutter zu finden. Doch ihr Weg führt zum unausweichlichen Abschied von den Eltern." Wie so oft ist auch dieser Klappentext einer, der den Charakter des Buches so gar nicht trifft. Er gaukelt vor, es gäbe hier eine Handlung, einen klaren Plot, aber danach habe ich vergebens gesucht.

"Als meine Mutter ein paar Straßen weiter in eine andere Wohnung zog, blieb ich bei Vater." - Das Blütenstaubzimmer, Zoë Jenny

Eigentlich mag ich Geschichten nicht, die keine wirkliche Handlung haben. Es gibt da einige Filme (Up in the Air zu Beispiel) und Bücher, die einen irgendwie leer und unbefriedigt zurücklassen. Trotzdem habe ich das Buch mit einem gewissen Genuss gelesen, aus zwei Gründen: Erstens hat es viele Leerstellen, die man als Leserin detektivisch zu füllen versucht, was zum Teil gelingt, zum Teil aber auch nicht. Ich mag das an Texten, es faszniert mich, schlägt mich in den Bann. Zweitens spielt es in Italien, im Sommer. (Glaube ich zumindest. Das war eine von den Leerstellen, die ich gefüllt habe.) Und dabei habe ich ein bisschen Fernweh bekommen. 
 
Sarah L.  
Buch 2 von 41

P.S.: "Die einfachste und bekannteste Wahrheit erscheint uns augenblicklich neu und wunderbar, sobald wir sie zum ersten Mal an uns selbst erleben." -- Marie von Ebner-Eschenbach

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