Mittwoch, 30. November 2016

Das Schicksal der Zwerge – Markus Heitz (a book with more than 600 pages)

Das Schicksal der Zwerge ist der vierte Band der Reihe und um die Handlung wirklich schildern zu können müsste ich den ganzen dritten Band spoilern, was ich eigentlich nicht will. 
Also nur so viel: Das Geborgene Land liegt im absoluten Chaos, den Zwergen geht es schlecht und trotzdem müssen sie, mit Hilfe der Menschen, mal wieder alles retten. 

Ich persönlich empfinde es, als ein eher atypischer Werk der Reihe, vielleicht auch, weil der ursprüngliche Hauptcharakter nicht mehr so vorkommt wie sonst und die ganze Geschichte aus Sicht der zweiten Hauptfigur geschildert ist. Das hat natürlich alles seinen Grund, den will ich aber nicht verraten. Vor allem im Hinblick auf den fünften Teil, ist der vierte Teil sehr genial gemacht worden, auch wenn er in den eigentlich doch sehr epischen Schlachten etwas nachlässt.

Dienstag, 29. November 2016

Pilgern ist das neue Schwarz, oder: Die Dienstagsfrauen

Autor: Monika Peetz

Die nächste Lektüre des Büchermontags ist Die Dienstagsfrauen von Monika Peetz, dass ein Bestseller war, als ich noch in der Buchhandlung gearbeitet habe. Meine Kolleginnen haben es gelesen und gemocht, und obwohl ich mir vorgemommen hatte es auch zu lesen, ist es nie dazu gekommen. Beim Brainstorming habe ich es dann als Vorschlag genannt, so als typisches Buchclub-Buch und wir haben es zur zweiten Lektüre ernannt. (Wer mitreden will: Montag, 12.12., 19h bei mir.)

Etwas irritiert von den hohen Preisen des E-Books (8,99€ - genauso viel kostet das Taschenbuch) habe ich mich mit der Onleihe der Wiener Büchereien auseinander gesetzt. Dort habe ich den Titel zwar nicht als E-Book gefunden, aber als Hörbuch und beschlossen dem eine Chance zu geben.

Ohne viel vom Plot verraten zu wollen, kann ich sagen, dass ich das Buch sehr gelungen finde. Die Geschichte ist spannend, witzig („Gottesanbeterin? Typisch Jakobsweg. Hier sind sogar die Insekten katholisch.“) und rührend, so wie ich es gerne habe. Und nebenbei lernt man ein bisschen was übers Pilgern, eine Kultur, mit der ich nicht vertraut bin... (Ja, es ist eine sehr gedehnte Auslegung, aber ich habe ja gewarnt, dass ich das tun würde.) Wirklich Lust bekommen zu pilgern habe ich jetzt nicht. Aber die Reihe der Dienstagsfrauen weiterzulesen oder den Film anzusehen, dazu könnte ich mich überreden lassen!

Sarah L.
Buch 22 von 41

P.S.: Was ist Reue? Eine große Trauer darüber, dass wir sind, wie wir sind. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Montag, 28. November 2016

Nussknacker und Mäusekönig – E.T.A. Hoffmann (a book that's under 150 pages)

Ein klassisches Märchen von E.T.A. Hoffmann. Ein kleines Mädchen bekommt zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt, der jede Nacht mit allen Spielzeugsoldaten ihres Bruders lebendig wird und gegen den bösen, fiesen Mäusekönig kämpft. Wie nicht anders zu erwarten ist er eigentlich ein verzauberter Prinz und die Gutherzigkeit des kleines Mädchens erlöst ihn schließlich von seinem Fluch und sie leben glücklich bis an ihr Lebensende.

Ich habe vor Jahren mal einen Zeichentrickfilm dazu gesehen und wollte seit dem das Original lesen. Das habe ich hiermit getan. Es ist für die heutige Zeit zwar etwas sperrig, aber an sich mag ich ja E.T.A. Hoffmann und auch diese Geschichte finde ich recht nett. Sehr viel aufregendes passiert zwar nicht, aber das macht ja manchmal nichts. Dafür hat das Reclam-Hefterl auch nur 86 Seiten.

Samstag, 26. November 2016

Wenn (Alp)Träume wahr werden oder: Meine wundervolle Buchhandlung

Autorin: Petra Hartlieb

Meine Mama, deren Buchgeschmack ich ihm letzten Eintrag bemängelt habe, weiß mittlerweile, welche Bücher sie mir schenken kann und welche mich eher nicht ansprechen. (Sie hat mir ja Kerstin Giers Für jede Lösung ein Problem nicht wirklich empfohlen, ich habe ihre Begeisterung als Empfehlung interpretiert.) Sie war vor wenigen Wochen auf einer Lesung und hat mir dann eines der Bücher der Autorin mitgebracht.

Petra Hartlieb besitzt (in der Realität) eine Buchhandlung in Wien, die sie mehr oder minder spontan mit ihrem Mann gekauft hat. Die Geschichte dieser Nacht-und-Nebel-Aktion hat sie schriftlich festgehalten und ist wirklich flüssig zu lesen. Die vielen Hochs und Tiefs fesseln, obwohl eigentlich gar nicht viel passiert... naja eigentlich schon, aber ihr wisst was ich meine: Die Geschichte hat zwar einen klaren Anfang, aber ist ja noch nicht wirklich abgeschlossen.

Da ich ja sechs Jahre lang im Buchhandel gearbeitet habe, konnte ich an vielen Stellen mit der Autorin mitleben. Den Traum von der eigenen Buchhandlung habe ich ja schon vor vielen Jahren verworfen (und das Buch hat mich darin bestärkt, das nie machen zu wollen), aber neben nervigen Kunden liest man aus der Erzählung auch ganz viel Liebe zum Medium Buch heraus. Wirklich gerührt hat mich eine Passage, wo die Autorin über ein Buch schreibt, dass sie voll gepackt und nicht mehr losgelassen hat (steht schon auf meiner Leseliste ^^). Dort heißt es: Und solche Bücher sind es dann, die einen vergessen lassen, dass man viel zu viel arbeitet und viel zu wenig dabei verdient, denn wir verkaufen das schönste Produkt, dass es gibt. Wir verkaufen Geschichten. Da war ich dann schon ein bisschen gerührt, weil ich ihr das wirklich gut nachempfinden konnte.

Signiert ist meine Ausgabe zwar schon, aber ich muss jetzt natürlich trotzdem dringend auf die Währinger Straße und mir das Geschäft anschauen!

Sarah L.
Buch 21 von 41

P.S.: Begesiterung spricht nicht immer für den, der sie erweckt, und immer für den, der sie empfindet. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Freitag, 25. November 2016

Outlander oder das Problem mit Büchereibüchern

Autorin: Diana Gabaldon

Nachdem Sarah L. schon lange von der Verfilmung der Outlanderbücher schwärmt und eine andere Freundin mir im Sommer erzählt hat, dass sie nun das 8. Buch der Serie gelesen hat, habe ich beschlossen, ich wende mich der Serie auch erst einmal in Bücherform zu. Das 850 Seiten Buch (Teil 1 von 8) habe ich mir in der Bücherei vorbestellt, abgeholt und angefangen zu lesen. Allerdings war der Anfang recht holprig. Das Buch ist nett geschrieben, aber ich wollte mich am Anfang nicht wirklich spoilern lassen (also hatte ich keine Ahnung um was es gehen wird, außer um Zeitreisen und Schotten) und damit hat sich das Buch und die Geschichte nicht ganz erschlossen. Erst so nach 200 Seiten hat es mir so richtig gefallen. Auf Seite 380 oder so, war aber dann Schluss. Nicht, weil ich nicht weiterlesen wollte, sondern weil das Buch in der Bücherei vorbestellt war und ich es zurück geben musste. Nun bin ich am Überlegen den Rest des Buches als Ebook zu lesen, aber da hat mich der Preis etwas abgeschreckt (wobei 4 Bücher für 20 Euro jetzt nicht teuer ist). Allerdings weiß ich nicht, ob ich nach Band 1 noch weiterlesen will. 

Das ist also die Geschichte zu meinem Versuch des 600 Seiten Buchs. 

Ein weiteres Buch habe ich noch gelesen, zudem ich noch einen Beitrag schreiben werde. Ansonsten war es das mit der Reading Challenge. Mir war aber von Anfang an klar, dass ich einige Kategorien nicht lesen werde. Vielleicht in den nächsten Jahren dann.

Mittwoch, 23. November 2016

Mother knows best?! oder: Für jede Lösung ein Problem

Autorin: Kerstin Gier

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und auch wenn ich mich schon damit abgefunden habe, dass ich diese Liste nicht beenden werde, möchte ich jetzt nochmal einen Push machen und ein paar Sachen mit Häkchen versehen. Dafür muss ich die Kategorie vielleicht ab und zu mal ein bisschen dehnen. Habt Nachsicht.

Eine ehemalige Kollegin hat mich darauf angesprochen, dass sie gerne einen Frauen-Lesekreis ins Leben rufen möchte und ob ich nicht Lust hätte da mitzumachen. Klar! Nach einem Initialtreffen im Oktober (wir waren nur zu dritt, aber hochmotiviert) haben wir also den Büchermontag kreirt. Jeden zweiten Montag im Monat treffen wir uns nach Lektüre eines gemeinsamen Titels und tauschen unsere Leseerfahrungen aus. (Am 12.12. sind die Dienstagsfrauen dran, wer Interesse hat mitzumachen, kann sich bei mir melden!)

Als erstes Buch wollten wir was Unterhaltsames, das möchlicht breiten Geschmack trifft. Niki schlug Kerstin Giers Für jede Lösung ein Problem vor, dass sie von einer Freundin geschenkt bekam, der es wirklich gut gefallen hat. Da fiel mir ein: Meine Mama hat das auch gelesen und wirklich davon geschwärmt. Damit war also unsere erste Wahl fix.

Wenig konnte ich ahnen, was mich hier erwartete... und dabei war doch die Prämisse so grandios! Die Protagonistin will sich das Leben nehmen - und schreibt davor noch ein paar Briefe, in denen sie den Leuten mitteilt, was sie tatsächlich von ihnen hält. Der Suizidversuch geht schief, aber die Briefe finden ihren Weg. Kerstin Gier ist übrigens die Autorin der Rubinrot-Trilogie, die ich verschlungen habe. Was kann da noch schief gehen?

Scheinbar alles. Die Sprache ist einfallslos, die Figuren eindimensional und überzeichnet, die Motive der Hauptfigur nicht nachvollziehbar. Es gab durchaus ein paar nette Momente, wie die Diskussion am Büchermontag zum Vorschein brachte, aber nicht genug um den schalen Geschmack der Lektüre zu vertreiben. (Dafür gab es Käse mit Chutney.) Von fünf Teilnehmerinnen meinte nur eine, das sie es nicht furchtbar fand.

Als ich meine Mutter damit konfrontierte, konnte sie sich zwar vage daran erinnern, das Buch gelesen zu haben und dass sie es gut fand, aber Details waren keine mehr aus ihr herauszukriegen. Aber gut, ich weiß eigentlich eh schon lang, dass meine Mutter und ich nicht viel Schnittmenge beim Lesen haben...

Für dieses Problem gibt es eine Lösung: Finger weg!

Sarah L.
Buch 20 von 41

P.S.: Wer hat nicht schon das, wa er sich zutraut, für das gehalten, was er vermag? -- Marie von Ebner-Eschenbach

Schiffsdiebe – Paolo Bacigalupi (a love story set in the future)

Zum Inhalt: Schiffsdiebe spielt in einer düsteren Zukunft wo 90% der Bevölkerung arm sind und sich nur mit widrigen Jobs über Wasser halten können. Der junge Nailer arbeitet mit seinen 14 Jahren zum Beispiel auf dem Wrack eines alten Öltankers um aus diesem jedes verwertbare Metall, vor allem Kupfer zu bergen. Sein Leben ist zwar nicht wirklich gut, aber bis zu einem gewissen Grad berechenbar. Als er und eine Arbeitskollegin nach einem Sturm das Wrack eines neuen und tollen Schiffes plündern wollen, dass der Sturm an den Strand gespült hat, finden sie dort ein junges Mädchen, dass aus den Reihen der Reichen und Mächtigen stammt und eindeutig nicht an ihren Strand gehört. Damit ändert sich für Nailer alles.

Paolo Bacigalupi ist dafür bekannt, dass er  wirklich sehr tolle Science Fiction schreibt, wobei es bei ihm nicht um tolle Abenteuer im Weltraum geht, sondern um das Leben auf der Erde, irgendwann nach einem verheerenden Klimawandel, durch den die Polkappen geschmolzen sind und der Meeresspiegel dementsprechend angestiegen ist. Das hat die Kluft zwischen arm und reich noch mehr verstärkt und die meisten Menschen leben eigentlich wieder ohne Technologie, weil diese so teuer geworden ist, dass sie sie sich nicht leisten können. Ich hab schon einmal ein Buch von ihm gelesen, dass genau in diesem Setting gespielt hat – Biokrieg – und war absolut begeistert!
Schiffsdiebe ist eine Young Adult Novel und wenn man Biokrieg kennt, merkt man das auch am Schreibstil. Trotzdem finde ich das Buch wirklich gut, weil es die Schwierigkeiten und Bedeutungsunterschiede in dieser neuen Welt wirklich großartig aufzeigt.


Zur Kategorie: Eine wirklich klassische Liebesgeschichte, wie ein Schnulzenroman, ist es nicht. Die Liebe steht auch leider recht wenig im Vordergrund, aber rein von der Beschreibung dachte ich das halt. Trotzdem hält die Liebe auch Einzug in dieses Buch und daher bin ich
einfach einmal so frei und dehne die Kategorie vielleicht ein wenig.

Sonntag, 20. November 2016

Somebody take a yellow brick and beat them over the head with it! oder: The Wonderful Wizard of Oz

Autor: L. Frank Baum

Nachdem ich im Sommer heftig Supernatural gesüchtelt habe, kam ich weniger zum Lesen als gedacht. Aber siehe da: Eine Episode der Serie nimmt die Geschichte rund um Oz auf und verpackt sie in eine sehr gelungene Supernatural-Folge. Ich hatte weder den Film gesehen, noch das Buch gelesen und somit beschlossen, das schnellstmöglich nachzuholen.



The Wonderful Wizard of Oz erschien 1900, und wurde ziemlich schnell zu einem Bestseller. Die Verfilmung von 1939 zementierte den Kultstatus der Geschichte ein, darum habe ich das Buch als Klassiker des 20. Jahrhunderts gelesen. Über die Geschichte an sich muss ich vermutlich nicht viel sagen: Das kleine Mädchen Dorothy landet mit ihrem Hund Toto von einem Hurricane getragen in Oz, wo sie mit einer Vogelscheuche, einem blechernen Holzfäller und einem Löwen die Reise in nach Emerald City antritt um dort vom großen Zauberer Oz Hilfe zu erbitten.

Das Buch liest sich wie ein sehr langes, langatmiges Märchen. Das Buch hat zwar kaum 150 Seiten, aber für ein Märchen ist das deutliche Überlänge. Am Anfang ist die Geschichte ja noch interessant, als sie ihr Kumpanen trifft und deren Geschichten erfährt, aber nachdem sie in der Emerald City angekommen sind, wird die Geschichte zäh. Und da haben wir gerade mal Halbzeit!

Das ganze Buch über habe ich mir ständig gedacht: Ich wünschte, Rick Riordan (Autor von Percy Jackson) würde diese Geschichte aufnehmen und neu erzählen. Das wäre absolut in seinem Wheelhouse, quasi eine Quest mit Etappen. So wie das Buch aber erzählt wird, habe ich keine Lust auch nur einen einzigen der etlichen nachfolgenden Teile zu lesen.

Predikat: Mühsam!

Sarah L.
Buch 19 von 41

P.S.: Anspruchslosigkeit ist Seligkeit.  -- Marie von Ebner-Eschenbach