Autorin: Kerstin Gier

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und auch wenn ich mich schon damit abgefunden habe, dass ich diese Liste nicht beenden werde, möchte ich jetzt nochmal einen Push machen und ein paar Sachen mit Häkchen versehen. Dafür muss ich die Kategorie vielleicht ab und zu mal ein bisschen dehnen. Habt Nachsicht.
Eine ehemalige Kollegin hat mich darauf angesprochen, dass sie gerne einen Frauen-Lesekreis ins Leben rufen möchte und ob ich nicht Lust hätte da mitzumachen. Klar! Nach einem Initialtreffen im Oktober (wir waren nur zu dritt, aber hochmotiviert) haben wir also den Büchermontag kreirt. Jeden zweiten Montag im Monat treffen wir uns nach Lektüre eines gemeinsamen Titels und tauschen unsere Leseerfahrungen aus. (Am 12.12. sind die Dienstagsfrauen dran, wer Interesse hat mitzumachen, kann sich bei mir melden!)
Als erstes Buch wollten wir was Unterhaltsames, das möchlicht breiten Geschmack trifft. Niki schlug Kerstin Giers
Für jede Lösung ein Problem vor, dass sie von einer Freundin geschenkt bekam, der es wirklich gut gefallen hat. Da fiel mir ein: Meine Mama hat das auch gelesen und wirklich davon geschwärmt. Damit war also unsere erste Wahl fix.
Wenig konnte ich ahnen, was mich hier erwartete... und dabei war doch die Prämisse so grandios! Die Protagonistin will sich das Leben nehmen - und schreibt davor noch ein paar Briefe, in denen sie den Leuten mitteilt, was sie tatsächlich von ihnen hält. Der Suizidversuch geht schief, aber die Briefe finden ihren Weg. Kerstin Gier ist übrigens die Autorin der Rubinrot-Trilogie, die ich verschlungen habe. Was kann da noch schief gehen?
Scheinbar alles. Die Sprache ist einfallslos, die Figuren eindimensional und überzeichnet, die Motive der Hauptfigur nicht nachvollziehbar. Es gab durchaus ein paar nette Momente, wie die Diskussion am Büchermontag zum Vorschein brachte, aber nicht genug um den schalen Geschmack der Lektüre zu vertreiben. (Dafür gab es Käse mit Chutney.) Von fünf Teilnehmerinnen meinte nur eine, das sie es nicht furchtbar fand.
Als ich meine Mutter damit konfrontierte, konnte sie sich zwar vage daran erinnern, das Buch gelesen zu haben und dass sie es gut fand, aber Details waren keine mehr aus ihr herauszukriegen. Aber gut, ich weiß eigentlich eh schon lang, dass meine Mutter und ich nicht viel Schnittmenge beim Lesen haben...
Für dieses Problem gibt es eine Lösung: Finger weg!
Sarah L.
Buch 20 von 41
P.S.: Wer hat nicht schon das, wa er sich zutraut, für das gehalten, was er vermag? -- Marie von Ebner-Eschenbach