Mittwoch, 27. April 2016

Max Frisch - Andorra

Tja, das hätte eigentlich die Kategorie mein Eintrag in der Kategorie 'Hauptfigur hat gleichen Beruf' werden sollen, aber das wurde mir falsch erzählt, die (eine der) Hauptfigur(en) ist Lehrer. Ansonsten passt es gut zur vorigen Besprechung, weil es auch schon ein Klassiker ist; nämlich ein Theaterstück, in dem es darum geht, wie leicht man Vorurteile verinnerlicht, und dass es reicht, nichts zu tun, um Schlechtes zu tun. Ein Kind wächst in dem Glauben auf, Jude zu sein, und wird von seiner Umgebung so behandelt, bis es tragisch enden muss. Für mich hatte es ein bisschen zu viel Message, die es anbringen wollte.

Sonntag, 24. April 2016

"Für ein Reclam gar nicht so furchtbar": Nathan der Weise

Autor: Gotthold Ephraim Lessing

Als Deutschlehrerin tue ich natürlich mein Möglichstes Bücher für die Klassenlektüre auszuwählen, die meinen Schülerinnen auch gefallen könnten. Aber egal, was ich heraushole (selbst "Gut gegen Nordwind"), sie jammern immer. Bei einer kleinen Befindlichkeitsabfrage zur Lektüre von Nathan der Weise hat aber eine Schülerin so etwas gesagt wie: "Für so ein Reclam ist es gar nicht so furchtbar." Das muss ich also quasi schon als Erfolg verbuchen.

Nathan der Weise ist von Lessing übrigens als Lesestück konzipiert worden, weil er dachte, dass es aufgrund seiner Thematik nicht im Theater gespielt werden würde. Anstatt mich hier aber mit einer Zusammenfassung abzumühen, verweise ich euch an einen netten YouTube-Channel, der das ganz gut hinbekommt.


Ich finde das Stück sehr lesenswert, weil es ein immer noch aktuelles Thema behandelt und gleichzeitig ein bisschen etwas von einer Soap hat, wo man Stück für Stück Skandalöses über die Figuren und ihre Beziehungen zu einander erfährt.

Vor etwa 12 Jahren hat es übrigens eine Inszenierung am Burgtheater gegeben, die sehr texttreu war und in der Klaus Maria Brandauer die Hauptrolle gespielt hat. Hab ich mir damals sogar zweimal angeguckt.


Sarah L.
Buch 12 von 41

P.S.: Sagen, was man denkt, ist manchmal die größte Torheit und manchmal -- die größte Kunst. -- Marie von Ebner-Eschenbach

Fessel mich! oder versuch es wenigstens... Capture me

Autorin: Geneva Lee

So, jetzt habe ich die zweite Kitsch-Trilogie von Geneva Lee beendet. Die nächste ist schon angekündigt, aber ich glaube, sechs Bände dieser Autorin sind genug.

Es ist schon lsutig, dass das, was mich an beiden Trilogien nach einer Weile genervt hat, die Sexszenen waren, wo man ja annimmt, dass das jener der Punkte ist, weswegen man die Bücher liest. Aber nach einiger Zeit sind die Szenen abgedroschen und stören die Handlung, während sie am Anfang ja zur aufkeimenden Beziehung dazugehören...

Jedenfalls mag ich beide Hauptfiguren lieber, als die aus der Vorgängerserie. Belle hat mehr Selbstbewusstsein als Clara, und sie hat berufliche Ambitionen. Price ist nicht so depressiv wie Alexander, und irgendwie ein bisschen sexier, wenn man das bei einer Romanfigur beurteilen kann ^^

Ok, wirklich viel mehr kann ich jetzt wirklich nicht mehr schreiben, man kann aus einer Liebesgeschichte, die über drei Bände ausgebreitet wird, nur begrenzt ewas herausholen.

Sarah L.

P.S.: "Wir entschuldigen nichts so leicht wie Torheiten, die uns zuliebe begangen wurden." -- Marie von Ebner-Eschenbach

Donnerstag, 21. April 2016

Simon Hanselmann - Hexe Total

Sehr sonderbare Mini-Comic in einem Sammelband. Eine Katze und eine Hexe leben in einer WG mit einer Eule, auf der sie rumhacken. Die Hexe hat schlechtere und bessere Tage, manchmal haben die Katze und sie eine sexuelle Beziehung, und Drogen sind auch Alltag.

Einige sehr nette Gags, aber insgesamt sind die Figuren mir zueinander zu böse.

Montag, 18. April 2016

Behind the scenes of Percy Jackson - The Demigod Files

Title: Percy Jackson - The Demigod Files

So, ich hab jetzt zwar lange nicht gebloggt, aber inzwischen weiterhin fleißig gelesen, unter anderem alle 5 Teile Percy Jackson, Gone Girl (über das ich dann auch noch schreiben will) Unterland (das ich in keine Kategorie krieg) und eben auch The Demigod files.
Erstmal vorweg, dieses Buch empfehle ich nicht am E-reader zu lesen, weil es außer 3 kurzgeschichten noch ein paar illustrationen, Interviews, sowie ein Kreuzworträtsel und ein Wortsuchrätsel beinhalten. Ist irgendwie blöd den Tolino zu bekritzeln. Andererseits male ich auch ungern in Büchern rum, also....naja.

Die 3 Kurzgeschichten "Percy Jackson and the Stolen Chariot", "Percy Jackson and the Bronze Dragon", und "Percy Jackson and the Sword of Hades" spielen zwischen Band 4 und 5 und sind überaus kurzweilig.

Dazwischen gibts noch (fiktive) Interviews mit Annabeth, den Stoll-Brüdern, Percy, Grover und Clarisse.

Alles in allem eine nette Sache für einen verregneten Sonntag. Man sollte allerdings zumidnest die ersten 4 Teile von Percy Jackson schon kennen sonst spoilert man sich selbst ;)

Donnerstag, 14. April 2016

Nora Gomringer - Recherche

Als ich die Liste der "National Book Award" Gewinner durchgelesen und mich nichts angesprochen hatte, dachte ich mir, dass es ja auch in Österreich einen nationalen Buchpreis gibt, und hab mir die Bachmann-PreisträgerInnen angeschaut. Und bin gleich 2015 fündig geworden, bei Nora Gomring's Recherche.
Eine Schriftstellerin befragt die Hausparteien in einem Haus, in dem sich ein 13-Jähriger zu Tode gestürzt hat, um besser zu verstehen, was passiert ist. Dabei werden die einzelnen Parteien direkt oder indirekt beleuchtet. Hat mir gefallen, und war auch ziemlich kurz :-)

Mittwoch, 13. April 2016

Tim Parks - Das Geld der Medici

Hundert Jahre aus der Geschichte einer Bankerfamilie im 15. Jahrhundert. Der Aufstieg durch zwei Generationen sehr ökonomisch denkender Menschen, die aber dann immer mehr auf Macht aus waren, gefolgt vom Abstieg durch weitere drei Generationen, die dann fast nur mehr auf Macht und Ansehen aus waren.

Das Ganze ist verpackt in lebendige Geschichte aus der Zeit des zersplitterten Italiens, in dem fünf größere und viele kleine Reiche um Land und Macht kämpfen.

Interessant fand ich z.B. die damalige Kriegsführung. Söldnerheere standen oft knapp hintereinander auf verschiedenen Seiten. Vermutlich deswegen taten sie einander nie wirklich weh: Es wurden immer "nur" die Pferde getötet und die Waffen geplündert, aber Menschen in den Söldnerheeren kamen selten um, auch die Plünderungen liefen eher ohne viel Verletzte ohne Tote ab. Damit war Krieg führen hauptsächlich teuer und, solange Geld da war, konnte es dauernd stattfinden; was auch wieder die Wichtigkeit von Geldgebern betont.

Spannende Einblicke in die Welt vor 500-600 Jahren, teilweise hat sich nicht viel geändert...

Chloé Cruchaudet - Das falsche Geschlecht

Eine Graphic Novel.

Ein junger Mann, frisch verheiratet, wird auf Seiten Frankreichs in den ersten Weltkrieg eingezogen. Er erlebt Schreckliches und desertiert. Zu Hause angekommen, versteckt ihn seine Frau, allerdings wird ihm das Verstecken zu langweilig, und er traut sich, als Frau verkleidet, auf die Straße.

Er hat ein Talent dafür und kann auch in der selben Näherei arbeiten wie seine Frau. Das bürgerliche Leben wird ihm allerdings zu fad und er verprasst sein Geld und tobt sich sexuell aus. Seine Frau macht dabei teilweise auch mit. Die Beziehung hält das allerdings nicht auf Dauer aus.

Basierend auf einer wahren Geschichte wird ein interessantes Leben einer nicht einfachen Person erzählt. Hat mir gut gefallen.

Jillian Tamaki & Mariko Tamaki - This One Summer

Eine Graphic Novel.

EIne Famile fährt, wie jedes Jahr, im Sommer an den See. Allerdings ist nicht alles im Grünen, es gibt einen schwelenden Konflikt zwischen den Eltern. Die Tochter zieht mit ihrer Freundin umher, verliebt sich (oder verschaut sich zumindest) und beobachtet, was es sonst so an Liebeleien und Problemen gibt. Unterhaltsam, aber vielleicht hätte ich es erst im Sommer lesen sollen, jetzt mag ich schwimmen gehen.

Montag, 4. April 2016

Gut Ding will Weile haben: Middlesex

Autor: Jeffrey Eugenides

So, nachdem ich im Jänner gleich mein Quartalssoll für die Challenge erfüllt habe, habe ich fast zwei Monate gebraucht, um diesen Titel zu lesen. Somit melde ich mich pflichtbewusst zu Beginn des zweiten Quartals zurück.

"I was born twice: first, as a baby girl, on a remakably smogless Detroit day in January of 1960; and then again, as a teenage boy, in an emergency room near Petoskey, Michigan, in August of 1974." -- Jeffrey Eugenides, Middlesex

Ich habe aus der Liste von Oprah's Book Club Middlesex gewählt, weil ich gelesen habe, dass es im eine Intersex-Person geht, und das hat meine Neugierde geweckt. Mehr wollte ich dann gar nicht über das Buch wissen, um mich nicht zu spoilern, und ich bin froh darüber, sonst hätte ich es vielleicht doch nicht gelesen. Versteht mich jetzt nicht falsch: Ich fand das Buch genial, aber es handelt sich dann zu einem guten Stück um eine Familiengeschichte der Hauptfigur, die mit seinen Großeltern beginnt. Da habe ich dann auch gleich zu Beginn eine Pause beim Lesen eingelegt, weil ich eben keine Lust hatte von den Großeltern des Protagonisten in den 1920ern zu lesen. Aber das Buch ist Teil der Challenge, also habe ich es nach einer Woche wieder in die Hand genommen und weitergelesen.

Gott sei Dank!

Das Buch hat mich echt umgehaut. Ich habe zwar lang gebraucht, um es zu lesen, aber ich breue keine Minute. Das Buch war nie langweilig, auch wenn nicht immer viel passiert. Die Art und Weise, wie die Erzählfigur durch die Geschichte führt hat mich immer in bei der Stange gehalten. Ich konnte das Buch auch außerordentlich gut in den Öffis lesen, ich habe mich immer wieder irrsinnig schnell eingefunden.

Was mich auch fasziniert hat, ist der Umstand, dass das Buch ganz verschiedene Qualitäten hat. Es beginnt eher als Kommödie, wird dann eine Erzählung über Flucht, eine Dystopie, mehrere Liebesgeschichten, ein psychologischer Jugendroman und ein Roadtrip. Und jeder Teil war faszinierend.

Ich finde es ganz schwer, zu beschreiben, wie der Autor schreibt, aber ich kann euch allen nur empfehlen es selbst zu lesen. Ich bin ganz begeistert von dieser epischen Geschichte. Nehmt euch die Zeit euch diese verschiedenen Geschichten, die alle zu einer gehören, zu lesen. Im schlechtesten Fall bekommt man halt eine gute Portion Zeitgeschichte mit. Im besten Fall... das müsst ihr selbst herausfinden ;-)

Sarah L. 
Buch 11 von 41

P.S.: Es würde viel weniger Böses auf Erden getan, wenn das Böse niemals im Namen des Guten getan werden könnte. -- Marie von Ebner-Eschenbach